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22.03.2019, 00:00 Uhr | NWZ - 2019-03-22; Bickschlag
„Einigt Euch, plant und baut endlich“
Standort für neue Sporthalle weiter unklar – Rätsel um Kita-Standort
Von Carsten Bickschlag
 
Der Bedarf an Hallenkapazitäten in Friesoythe ist enorm, vor allem beim Schulsport. AMG-Schulleiter Peter Stelter fand klare Worte.
IM DREIECK B 72/THÜLER STRASSE/SCHWIMMBAD KÖNNTE DIE NEUE SPORTHALLE GEBAUT WERDEN. DAS GRUNDSTÜCK IST IM BESITZ DER STADT FRIESOYTHE. BILD NWZ
Gemeinsam. Schnell. Vernünftig. Ohne großen Ärger. So würde sich CDU/FDP–Fraktionsvorsitzender Karl-Heinz Krone die Standortdebatte wünschen. Nein, die Rede ist nicht vom Standort für die neue städtische Kindertagesstätte. Da sind die oben genannten Schlagwörter längst verbrannt. Zu diesem Thema aber später mehr. Diesmal geht es um den Standort einer neuen Sporthalle.
 
Beide Standortfragen standen am Mittwochmorgen noch auf der Tagesordnung des Ausschusses für Jugend, Sport, Kultur und Freizeit, der am Mittwochabend im Rathaus am Stadtpark tagte. Doch sowohl „Kita“ als auch „Sporthalle“ wurden zu Beginn der Sitzung wieder gestrichen. Neuigkeiten gibt es in beiden Fällen trotzdem.
 
Sporthalle
 
Sporthalle Im Grundsatz sind sich CDU/FDP und SPD bereits seit Monaten einig: Neben den Sporthallen Hansaplatz und Großer Kamp Ost braucht man in der Stadt eine dritte Turnhalle. Vor allem die Schulen brauchen mehr Hallenkapazitäten. Durch Wiedereinführung des 13. Jahrgangs fehlen dem Albertus-Magnus-Gymnasium (AMG) und an den Berufsbildenden Schulen (BBS) Sporthallenstunden. Dieser Engpass könnte dazu führen, dass die Marienschule ab 2020 keine Zeiten in der kreiseigenen Sporthalle am Hansaplatz bekommt. Der Bedarf übersteigt schon jetzt die verfügbaren Kapazitäten, heißt es seitens der Stadtverwaltung.
 
Aber auch Vereine konkurrieren um jede freie Minute. Daher ist auch schon der Beschluss gefasst, dass die Stadt Friesoythe eine DreifeldSportstätte bauen soll.
 
Der Landkreis wird sich als Schulträger des AMG und der BBS an den Baukosten von rund fünf Millionen Euro beteiligen. Voraussetzung: Die Halle wird an der Thüler Straße gebaut. Und zwar wie bereits von der Stadtverwaltung vorgeschlagen, links neben dem Aquaferrum. Außerdem wird die Kreisschulbaukasse einen Teil dazugeben, so dass für die Stadt am Ende etwa 1,6 Millionen Euro zu zahlen wären.
 
Die CDU/FDP-Fraktion wollte zunächst, dass ein Arbeitskreis gegründet wird, damit dort über die Standortfrage und auch über die grundsätzliche Ausstattung diskutiert werden könne. Doch nachdem die Stadtverwaltung bereits eine Befragung bei Vereinen und Schulen vorgenommen und detaillierte Ergebnisse zurückbekommen hat, zog die CDU/FDP-Fraktion ihren Antrag auf Gründung eines Arbeitskreises zurück.
 
Über den Standort möchte man aber trotzdem noch mal reden. Denn aus Sicht von Dr. Matthias Lamping (CDU) sei auch eine Erweiterung der Sporthalle Großer Kamp denkbar. Und Karl-Heinz Krone sprach davon, dass es „noch was in der Pipeline gibt, aber noch nicht spruchreif ist“. Zeitnah soll es jetzt eine interfraktionelle Sitzung geben, um über den Standort zu entscheiden.
 
Die Befragung, an der drei Schulen und vier Vereine teilnahmen, ergab übrigens folgendes Bild: Die BBS hält den Standort an der Thüler Straße für wünschenswert, für die Marienschule und das AMG ist der Standort zweitrangig, Hauptsache es werden zeitnah Kapazitäten geschaffen, der SV Hansa Friesoythe hält den Platz neben dem Aquaferrum für sinnvoll und Reha-Verein, SV Thüle und Kneipp-Verein machten dazu keine Angaben. AMG-Schulleiter Peter Stelter hat keine Einwände gegen den Standort Aquaferrum. Im Grunde ist ihm aber nur das wichtig: „Einigt Euch, plant endlich, baut endlich, damit wir endlich Sportunterricht bekommnen für alle Schüler.“ Die politischen Parteien sollten aufhören, Standortdiskussionen zu führen, egal ob Kita oder Sporthalle. Er fordert im Gespräch mit unserer Zeitung: „Beendet euer parteipolitisches Gezanke. Die Friesoyther haben dafür schon lange keine Verständnis mehr.“
 
Kindertagesstätte

Der Tagesordnungspunkt „Standort für den Neubau einer städtischen Kindertagesstätte“ ist auf Wunsch der Stadtverwaltung von der Agenda geworfen worden. In einer kurzen Mitteilung hieß es dazu: „Aufgrund neuer Faktenlagen, welche noch geprüft werden müssen, ist die Vorlage momentan leider nicht beratungsreif.“
 
Erste Stadträtin Heidrun Hamjediers wurde auf der Sitzung etwas konkreter. „Es hängt mit der Sanierung der Burgwiese zusammen. Dass sich in der Erde Altlasten und eventuell auch eine Bombe befinden, hat Kreise bis nach Hannover gezogen. Wir müssen jetzt einiges klären. Aber nichts Schlimmes“, sagte sie. Viel mehr aber auch nicht.
 
Die Burgwiese ist der einzige Kita-Standort, für den es einen politischen Entschluss für die Planung gibt, gleichzeitig aber auch immer wieder in Frage gestellt wird. Jetzt soll in den nächsten Wochen neu beraten werden.
 
Vorgestellt wurden auch die aktuellen Anmeldezahlen für das Kita-Jahr 2019/2020. Dazu sagte Erste Stadträtin Hamjediers: „Wir werden wohl mit einem blauen Auge davonkommen.“
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