Presse

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20.03.2019, 00:00 Uhr | NWZ - 2109-03-20; Heiner Elsen
6 Fragen zum Münsterlandring
Ausschuss diskutiert über Planungen – Besitzeinweisung startet im Mai
Von Heiner Elsen

Das letzte Teilstück der Friesoyther Ortsumgehung fehlt immer noch. Im Ausschuss wurde über den aktuellen Stand gesprochen.
AM PEHMERTANGER WEG IST AKTUELL NOCH SCHLUSS: DIE TRASSE DES LETZTEN TEILSTÜCKS DER FRIESOYTHER UMGEHUNGSSTRASSE FÜHRT VON DORT AUS BIS ZUR KREUZUNG ELLERBROCKER STRASSE/NEUSCHARRELER STRASSE. BILD/GRAFIK: HEINER ELSEN/RICARDA PINZKE
 FRIESOYTHE. Noch immer klafft eine kleine Lücke im Umgehungsstraßenring um die Stadt Friesoythe hervor. Das letzte Teilstück, der sogenannte „Münsterlandring“ zwischen Pehmertanger Weg und Neuscharreler Straße fehlt weiterhin. Über den aktuellen Stand der Planungen informierte die Stadtverwaltung die Mitglieder des Straßen-, Wege- und Kanalisationsausschusses am Montagabend im Rathaus. Die NWZ beantwortet die wichtigsten Fragen zu dem Thema.
 
Ist diese letzte Umgehungsstraße notwendig ?

Diese Frage ist nicht ganz unberechtigt. Denn wer Friesoythe aus Richtung Cloppenburg in Richtung Markhausen umgehen will, kann auch einfach die Abfahrt der B 72 bei Famila nehmen. Pkw und Lkw können dies – landwirtschaftliche Fahrzeuge aber nicht, da die Bundesstraße ab dort eine Kraftfahrstraße wird. So müssen Traktoren Umwege fahren, unter anderem über die Wangerooger und Thüler Straße – zum Leidwesen der Anwohner, wie Zuhörer Hermann Tepe auf der Ausschusssitzung berichtete.

Wie viele Flächen gehören der Stadt bereits ?
 
Für die Trassenführung benötigt die Stadt eine Fläche von 37 155 Quadratmetern. Erworben hat die Kommune davon bereits 22 978 Quadratmeter. Aktuell befindet sich die Stadt in Verhandlung um weitere 2000 Quadratmeter Land. Nach NWZ -Informationen sollen es nur noch zwei bis drei Anlieger sein, die die für die Straße benötigten Flächen noch nicht verkauft haben. Ab Mai 2019 wird die Stadtverwaltung dann mit der Besitzeinweisung beginnen.
 
Was ist eine Besitzeinweisung ?
 
Die Besitzeinweisung wird parallel zu einer Enteignung beantragt, wenn eine besondere Eilbedürftigkeit gegeben ist. Damit handelt es sich quasi um ein beschleunigtes Enteignungsverfahren. Dafür müssen folgende Kriterien erfüllt sein: das Vorhaben muss dem Wohl der Allgemeinheit dienen, ein Planfeststellungsbeschluss muss vorliegen, vorher muss es erfolglose Bemühungen gegeben haben, die Flächen im Verhandlungswege zu erwerben und es muss zwei Mal ein angemessener Preis angeboten worden sein (Maßstab ist der Bodenrichtwert). Dabei handelt es sich um ein öffentliches Verfahren.
 
Bis wann muss die Straße fertiggestellt sein ?
 
Der Planfeststellungsbeschluss für den Münsterlandring endet im April 2022. Bis dahin muss die Straße stehen. Nach erfolgreichen Verhandlungen und erfolgreicher Besitzeinweisung wäre der früheste Baustart für die Straße im März 2020. Die Bauzeit liegt bei ungefähr einem Jahr. Spätestens im Januar 2021 muss der Bau also beginnen, damit die Straße vor Auslauf des Planfeststellungsbeschlusses fertig ist. „Es wird Zeit, dass die Planungen nun aus ihrem zehnjährigen Dornröschenschlaf erwachen. Und im Endeffekt ist die Besitzeinweisung ein gerechtfertigtes Mittel, da wir diese Straße brauchen“, sagte Hans Meyer (SPD).
 
Gibt es positive Nebeneffekte ?

Ja, denn ungefähr fünf Hektar Land konnte die Kommune neben der Straße erwerben. „Die Flächen neben der Straße konnten zum Beispiel für neue Gewerbegebiete oder einen Pendlerparkplatz genutzt werden“, sagte Friesoythes Bürgermeister Sven Stratmann auf Nachfrage der NWZ . Wenn die Straße stehen sollte, kann auch das Stück der Ellerbrocker Straße zwischen B 72 und Neuscharreler Straße als kommunale Straße ausgewiesen werden. „Dann können die dortigen Betriebe ihre Zufahrten direkt auf die Ellerbrocker Straße führen“, so Stratmann.
 
Was kostet die Straße ?
 
Am Anfang der Planungen wurde eine Summe zwischen 1,5 und 2 Millionen Euro als Baukosten veranschlagt. „Wir hoffen aber noch auf Fördergelder vom Land, da die Straße nach Fertigstellung ja eine Landesstraße seien wird. Das muss aber noch geprüft werden“, so Stratmann.