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18.02.2019, 00:00 Uhr | NWZ - 2019-02-18 Heiner Elsen
Letzte Chance für Dorfschule
Schulausschuss entscheidet an diesem Montag über Schule in Neuscharrel
Von Heiner Elsen Und Hans Passmann
 
Aktuell werden nur noch fünf Schüler in Neuscharrel unterrichtet. Ein neues Konzept spricht sich aber für den Erhalt aus.
FINANZSPRITZE FÜR DIE ZUKUNFT: DER VORSTAND DES HGV NEUSCHARREL ÜBERREICHTE JETZT EINEN SCHECK ÜBER 4000 EURO AN DEN FÖRDERVEREIN DER ÖRTLICHEN GRUNDSCHULE . BILD: HANS PASSMANN
NEUSCHARREL/FRIESOYTHE. Es ist nur ein kurzer Blick. Schnell hat man sie gefunden, die Namen der Schüler der Grundschule Neuscharrel. Christopher, Lotte, Phoebe, Zoe und Luna – diese Namen stehen mit bunten Buchstaben in den Fenstern der kleinen Dorfschule. Und das Wort „klein“ darf man hier in seinem wahrten Sinn nehmen – diese fünf Kinder sind die einzigen Schüler in der Grundschule Neuscharrel. Alle Jahrgänge sind in einer Klasse zusammengefasst. Für die Grundschule, die vielen Neuscharrelern sehr am Herzen liegt, könnte dieser Montag wohl ein Schicksalstag werden. Um 18 Uhr wird in der Schulausschusssitzung der Stadt Friesoythe über den Erhalt der Schule entschieden. Die CDU/FDP-Fraktion und somit auch Ortsvorsteher Stefan Fuhler (CDU) haben sich zuletzt in einer Fraktionssitzung ein Bild von der Schule vor Ort gemacht. In der anschließenden Sitzung in der Schützenhalle wurde deutlich, wie viele Neuscharreler hinter dem Erhalt der Schule stehen. Angelpunkt dafür ist das neue Konzept „Wurzeln und Flügel“, dass die kommissarische Schulleiterin Angelika Tiedeken zusammen mit einem Pädagogen entwickelt hat. Dem zugrunde liegt ein Ratsbeschluss aus dem September vergangenen Jahres: Um die Schule zu retten, muss bis Ende 2018 ein dafür notwendiges Konzept vorgelegt werden.
 
Um dem Schulentwicklungskonzept der Schule noch mehr Wind zu verleihen, überreichte der Vorstand des Handels- und Gewerbevereins Neuscharrel an den Förderverein der Grundschule einen Scheck in Höhe von 4000 Euro. „Das ist eine tolle Summe. Damit können wir weiter das Konzept umsetzen“, freute sich Gerd Meemken vom Förderverein. Er betonte nochmals deutlich, dass das Schulentwicklungskonzept bei den Eltern sehr gut angekommen sei. Nun läge es an den Eltern, ihre Kinder auch an der Dorfschule Neuscharrel in Zukunft einzuschulen.
 
Die Schüler, die jetzt schon einen Schulwechsel vorgenommen haben, dürften wohl kaum zurückkommen. Dafür hatte Meemken sogar großes Verständnis. „Ich hoffe, dass das Konzept den Friesoyther Stadtrat überzeugt, die Schule am Leben zu erhalten“. Auch der bisherige Vorsitzende Heinz Willenbrink meinte: „Kehr zu den Wurzeln zurück. Jeder wird selbst wissen, wo er die Grundschule besucht hat. Die Strukturen in Neuscharrel sind noch in Ordnung“, so Willenbrink.
 
Um die in dem Konzept beschriebenen Ideen erfolgreich umsetzen zu können, sollte der Schule eine Chance gegeben werden. Diese Chance heißt Zeit“, meinte die kommissarische Schulleiterin Angelika Tiedeken. Dafür sprechen die prognostizierten Schülerzahlen: Bis zum Schuljahr 2021/2022 könnten insgesamt 34 Schüler die Grundschule besuchen.
 
Letztendlich müssen an diesem Montag aber die Mitglieder des Friesoyther Stadtrates überzeugt werden, um die Schule zu retten.
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