CDU wollte Kostenübernahme für alle und fordert jetzt „großes Schwimmkurskonzept“

Anlässlich dramatisch hoher Nichtschwimmerzahlen hatten der CDU-Ortsverband Friesoythe und die CDU/FDP-Ratsfraktion im Sommer von der Stadt gefordert, die Kosten für bestandene Seepferdchen-Kurse zu erstatten. Dies sollte für alle Einwohner Friesoythes gelten, die ihren Schwimmkurs im Stadtgebiet bestehen. Einem entsprechenden Antrag der CDU/FDP-Fraktion wurde nun gefolgt, allerdings nur in Teilen. So beschloss die SPD/Grüne-Ratsmehrheit auf Vorschlag der Verwaltung, die Schwimmkurskosten lediglich für Kinder aus Familien zu übernehmen, die Anspruch auf Leistungen für Bildung und Teilhabe (BuT) haben. Dazu zählen alle Familien, deren Eltern oder Kinder Kinderzuschlag, Arbeitslosengeld II, Sozialgeld, Sozialhilfe, Wohngeld oder Asylbewerber-Leistungen beziehen.„Es ist gut, dass einem Teil der Friesoyther Familien nun auf unser Betreiben hin kostenfreie Schwimmkurse ermöglicht werden. Aber die Beschränkung auf BuT-Berechtigte ist ein Fehler“, erklärte CDU-Ortsverbandsvorsitzender Jann Christian Hegewald. Dadurch würden die Familien ausgeschlossen, die zwar keinen BuT-Anspruch haben, aber von der Inflation stark betroffen seien und diese Unterstützung gut benötigen könnten, so Hegewald weiter, der das Thema mit den CDU-Ratsherren Rasmus Braun und Maik Stratmann angestoßen hat. „Wir wollten mit unserem Antrag in jedem Fall verhindern, dass die Teilnahme an Schwimmkursen der Inflation zum Opfer fällt. Das hätten wir mit einer Kostenübernahme für alle gewährleisten können. Leider sehen die Verwaltung und SPD/Grüne das anders“, bedauerte Rasmus Braun den Beschluss.„Um diese Entwicklung in Friesoythe einzudämmen, sehen Hegewald, Braun und Stratmann drei wesentliche Stellschrauben, an denen eine Schwimmkurs-Taskforce drehen müsse: Mehr Schwimmkurse und -trainer, eine Ausweitung der Kostenübernahme auf alle sowie eine großflächige, jährlich durchgeführte Sensibilisierungsoffensive aller Eltern in Zusammenarbeit mit Kindergärten, Schulen und Schwimmvereinen. „Wir brauchen jetzt Lösungen, denn es geht um die Sicherheit unserer Kinder. Dazu müssen wir auch über unkonventionelle Maßnahmen nachdenken wie Schwimmkurse am Sonntagmorgen, Schwimmkurstage in den Ferien, an denen das Aquaferrum nur für Schwimmkurse geöffnet ist oder erhöhte Aufwandsentschädigungen für Schwimmlehrer. Das kostet teilweise Geld, aber wir dürfen nicht auf Kosten unserer Kinder sparen“, so die CDU-Vertreter abschließend.

Jann Christian Hegewald