Die anhaltende Corona-Pandemie mit weiter steigenden Inzidenzen führt im örtlichen Einzelhandel zu trüben Aussichten auf die kommenden Monate. Schon jetzt müssen sich die Geschäftsbetreiber gegen den Online-Wettbewerb behaupten und mit niedrigen Besucherzahlen zurechtkommen. Auch Veranstaltungen zugunsten der Kaufmannschaft sind derzeit aufgrund der Maßnahmen zum Gesundheitsschutz noch nicht absehbar.

Diesen Umstand nimmt der Fraktionsvorsitzende der CDU/FDP im Friesoyther Stadtrat, Lukas Reinken, zum Anlass, ein gezieltes Konzept für die Belebung der Friesoyther Innenstadt zu fordern. „Als Stadt müssen wir gemeinsam alles dafür tun, dass unser starker Einzelhandel unterstützt wird. Das braucht auch Anstrengungen und finanzielle Mittel durch die Stadtverwaltung, denn da können wir die Kaufleute nicht allein lassen.“

Reinken unterstützt die Forderung des Friesoyther Handels- und Gewerbevereins für ein Soforthilfeprogramm, mit dem coronakonforme Konzepte für eine Attraktivierung umgesetzt werden könnten. Der HGV hatte in der jüngsten Folge des Podcasts „Bei uns in Friesoythe“ eine jährliche Förderung in Höhe von 300.000 Euro für 2022 und 2023 gefordert. Damit könnten verkaufsoffene Sonntage, Abendveranstaltungen oder weitere Aktionen durchgeführt werden, die von den Vereinen und der Kaufmannschaft zu einer lebendigen Innenstadt genutzt werden. Reinken lobt hierbei die Initiative des HGV, da ihr Antrag genau auf die Bedürfnisse des Handels zugeschnitten seien und entsprechende Aktionen in der Vergangenheit gut von der Bevölkerung angenommen worden seien. „Bereits im letzten Sommer haben wir dafür finanzielle Mittel eingefordert. Zu dieser Forderung stehen wir weiterhin, denn wir sehen in anderen Städten, dass teilweise sogar weit höhere Summen bereitgestellt wurden. Diese Städte stehen auch im Wettbewerb mit unserer Stadt um die Kunden und Besucher. Da dürfen wir nicht hintenanstehen“, so Reinken weiter. Da verkaufsoffene Sonntage immer schwieriger zu genehmigen sind, müsse der Fokus darauf liegen, den zwingend nötigen Anlassbezug für eine Öffnung sicherzustellen. Aber auch darüber hinaus könne ein Budget für die Innenstadtbelebung viele Maßnahmen beinhalten: Man könne beispielsweise auch die neue Innenstadt mit Fremdenführungen oder Hinweisschildern erlebbar machen.

Auch die Innenstadt als Ganzes betrachtet der Ratsherr: „Die neugestaltete Innenstadt könnte ein richtiger Publikumsmagnet werden – aber dafür braucht es auch ein Konzept, wie sie genutzt wird. Das fehlt mir bisher. Zudem gibt es trotz der Begegnungszone rund um die Marienkirche keinen sicheren Fußgängerüberweg für Menschen mit Beeinträchtigungen. Hier werde ich einen entsprechenden Antrag in den Stadtrat einbringen.“

Auch die CDU-Parteigremien schließen sich den Vorschlägen Reinkens an. So hat der Friesoyther Ortsverband der Partei ergänzt, dass ein solches Hilfsprogramm dringend nötig sei, um die Neugestaltung der Innenstadt mit einem Aufschwung im Einzelhandel zu vereinen. Ortsverbandsvorsitzender Jann Christian Hegewald positioniert sich für die Händler: „Unser Einzelhandel vor Ort ist enorm wichtig für die Stadt. Daher muss es die Stadt auch als Aufgabe sehen, für diesen Besuchermagneten besteVoraussetzungen zu schaffen.“

2022_01-26 PM Innenstadtbelebung