CDU fuer kostenlose Schwimmkurse

Zunehmender Anzahl an Nichtschwimmern entgegenwirken und Inflation kompensieren

Der CDU-Ortsverband Friesoythe und die CDU/FDP-Fraktion im Friesoyther Stadtrat wollen, dass die Kosten für eine erfolgreiche Teilnahme an einem grundlegenden Schwimmkurs (bestandenes Seepferdchen) von der Stadt Friesoythe an die Absolventen erstattet werden. Dass geht aus einem Antrag hervor, den die beiden CDU-Gremien gemeinsam verfasst haben und der nun von der Ratsfraktion offiziell gestellt wurde. Danach sollen die Kursgebühren weiterhin zunächst regulär entrichtet werden. Nach bestandenem Seepferdchen sollen sie dann gegen Vorlage des Schwimmausweises im Rathaus der Stadt Friesoythe auf Kosten der Stadt Friesoythe erstattet werden. Diese Regelung soll ausschließlich für Einwohner der Stadt Friesoythe gelten, die ihren Schwimmkurs in der Stadt Friesoythe erfolgreich absolviert haben.

Regelmäßig wird in den Sommermonaten über Zwischenfälle an Seen und Flüssen berichtet, bei denen Personen im und am Wasser gerettet werden müssen oder sogar zu Tode kommen. Erst kürzlich kam es in Halen (Landkreis Cloppenburg) und Holdorf (Landkreis Vechta) zu lebensgefährlichen Badeunfällen“, schreiben CDU-Ortsverbandschef Jann Christian Hegewald sowie die CDU-Ratsherren Rasmus Braun und Maik Stratmann in ihrem Antrag. „Die DLRG verzeichnete 2021 1.655 Lebensrettungen. Mindestens 299 Menschen sind jedoch im gleichen Zeitraum in Deutschland ertrunken. Besonders gefährdet sind Kinder. So ist Ertrinken die zweithäufigste Todesursache bei Kindern im Alter zwischen 5 und 14 Jahren. Aus diesem Grund muss das Erlernen der Schwimmfähigkeit oberste Priorität in unserer Gesellschaft“, so die Antragsteller weiter.

Umso alarmierender seien die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf das Schwimmenlernen. Die DLRG gehe davon aus, dass geschlossene Schwimmbäder und ausgefallener Schwimmunterricht alleine in Niedersachsen dafür gesorgt hätten, dass seit Pandemiebeginn zwischen 75.000 und 150.000 Kindern nicht schwimmen gelernt haben. Bereits vor Corona hätten repräsentative Umfragen gezeigt, dass 59 Prozent der Zehnjährigen keine sicheren Schwimmer sind. „Wenn die Politik nicht unverzüglich gegensteuert, wird sich dieser jetzt schon viel zu hohe Anteil durch die zunehmende Anzahl an Nichtschwimmern noch weiter erhöhen. Der vorliegende Antrag verfolgt daher auch das Ziel, die Bürger der Stadt Friesoythe für die Bedeutung dieses Themas zu sensibilisieren und damit das Schwimmenlernen wieder mehr in den Fokus der öffentlichen Wahrnehmung zu rücken. Gleichzeitig muss auch das Angebot an Schwimmkursen mit Unterstützung der Stadt deutlich ausgeweitet werden. Entsprechende Vorschläge haben wir bereits eingereicht“, schreiben Hegewald, Braun und Stratmann.

Neben dem generellen Mangel an Schwimmkursen und den negativen Auswirkungen der Corona-Pandemie seien in den letzten Wochen verstärkt die Auswirkungen des brutalen Angriffskrieges Russlands in der Ukraine spürbar. „Preise explodieren, Zinsen steigen und auch hier in Friesoythe fragen sich viele Menschen, ob und wie sie sich ihr Leben in Zukunft leisten können. Bei 12 Unterrichtseinheiten à 45 Minuten kostet ein grundlegender Schwimmkurs im Aquaferrum derzeit 65 €. Das ist keine Unsumme. Und trotzdem dürfen plus 12,7 Prozent bei Nahrungsmitteln und plus 38 Prozent bei Energiekosten – wie zuletzt im Juni vom Statistischen Bundesamt verzeichnet – in keinem Fall dazu führen, dass Bürger nicht an Schwimmkursen teilnehmen oder Eltern ihre Kinder nicht zu solchen Kursen anmelden“, so Hegewald, Braun und Stratmann. Sie seien sich bewusst, dass sich die meisten Friesoyther die Kursgebühren – trotz höchster Inflation seit Einführung des Euro als Buchgeld – weiterhin leisten können und wollen. „Mit dem vorliegenden Antrag möchten wir aber jede Diskussion darüber verhindern, denn das Erlernen der Schwimmfähigkeit ist aus unserer Sicht eine unabdingbare Grundfertigkeit“.

CDU fuer kostenlose Schwimmkurse

Bildunterschrift (v. l. n. r.): CDU-Ratsherr Rasmus Braun, CDU-Ortsverbandsvorsitzender Jann Christian Hegewald und CDU-Ratsherr Maik Stratmann vor dem Aquaferrum in Friesoythe (Bild: Stratmann).